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Es begab sich zu einer Zeit, als der Weihnachtsbaum hell leuchtete und in seiner ganzen Pracht strahlte. Da kam ein kleiner Wicht daher und mischte mal kurz die Lämplein auf, so dass sich der Baum komplett verdunkelte. Das führte natürlich zu einem gewissen Unmut bei der Elternfraktion, die den Sohnemann sofort mit dem Erfolg seiner Tat konfrontierten und hektisch damit begannen an allen Lampen zu schrauben, um den Übeltäter zu finden. Inzwischen tauchte der kleine Techniker zur Steckdose ab. Ganz gelassen schaltete er ein paar Mal ein und aus und voilà, plötzlich brannten alle Lichter wieder. Auch wenn es für einen solch kleinen Burschen unwahrscheinlich erscheint: in seinen Augen blitzte Genugtuung und die kleine Hand fuhr gen Himmel. Tja, da haben wir wohl ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut…
besteht darin, dass man Bitte! sagt! Das ist jetzt die neueste Entwicklung. Alles, was man von Louis ausgehändigt bekommt, ist mit einem Bitte verbunden, womit der Herr Knigge zu 50% zufrieden gestellt sein sollte. An dem Danke arbeiten wir noch, scheint ihm aber nicht so wichtig zu sein. Die Küche, die er zu Weihnachten in Besitz genommen hat, wird nun täglich mit allen verfügbaren Leuten (Mama, Papa, Oma, Nachbarin, Kinder der Nachbarin usw. ) in Beschlag genommen. Noch hat er seine Ordnung nicht gefunden und räumt ständig ein und aus, da muss wohl erst ein System gefunden werden. Ich gehe davon aus, dass eine eingehende Beratung mit seiner Schwester hier Fortschritte bringen wird. Wir, von der älteren Generation, sind vielleicht etwas zu konservativ.
Eine weitere, ganz klare Erkenntnis: Wenn beide Eltern Frühaufsteher sind, ist das Kind sehr bestrebt, Mama und Papa sehr stolz zu machen, indem es noch früher wach ist. Wie war das noch mal mit dem Fernsehprogramm um Zwei…?
Irgendwo in einem Schlafzimmer um 4.51 Uhr. Eine kleine, nur durch das Licht der projizierten Sterne an der Decke, beleuchtete Gestalt, sitzt aufrecht im Bett zwischen zwei erwachsenen Menschen, die krampfhaft versuchen, diese Situation als Illusion zu verdrängen:
“Manna!!”
Zwei verschlafene Hände suchen nach einer Flasche mit Tee und reichen sie der kleinen Person. Diese dockt an der Flasche an und lässt sich im gleichen Moment fallen. Da die Richtung nicht deterministisch ist, gibt es sowohl links wie rechts blitzschnelle Meidbewegungen.
Mutter: “Willst du noch schlafen?”
Knäblein: “Nein!”
Mutter: “Wollen wir nach unten gehen?”
Knäblein: “Ja” (pellt sich aus der Decke und krabbelt zum Bettrand, was hektische Aktivitäten der Mutter nach sich zieht.
Mutter: “Darf sich Mama noch schnell die Socken anziehen?”
Knäblein: “Ja!” (hat den Bettrand fast erreicht)
Mama schnappt sich Knäblein: “Wer kommt gleich?”
Knäblein mit Flasche in der einen Hand und mit der anderen auf die Tür zeigend: “Omma!”
Optional, falls Vater auch die Nacht beendet:
Mutter: “Wohin fährt Papa gleich?”
Knäblein: “Arbeit”
Mutter: “Wie fährt Papa zur Arbeit?”
Knäblein: “Auto!”
Dann ist die Fragestunde beende und die Munterkeit des Knäbleins offiziell bestätigt.
Es sind tatsächlich schon wieder so viele Wochen vergangen, seit ich mich letztmalig in diesen Gewässern bewegte. Das soll sich aber nun ändern! Immerhin gibt es fast täglich etwas zu berichten und schließlich ist der Babyfisch nun ein richtiger kleiner Junge! Wie es aussieht, ist sein Kopf nicht nur recht groß (das macht mir schon Hoffnungen auf reges Interesse an den Naturwissenschaften), sondern er ist auch ein Dickschädel. Damit wäre mein beigesteuerter Teil auch schon vollständig erzählt, denn die Schmuserei und die Liebe zu Gesang und Tanz kommt eindeutig nicht von mir! Viele Dinge tut er nun bereits schon im Schlaf. Ist er beispielsweise beim Spielen eingeschlafen und man trägt ihn vorsichtig nach oben in sein Zimmer, so muss man auf diesem Wege an der Treppe zum Kinderzimmer nach rechts abbiegen. Auf der anderen Seite befindet sich unser Schlafzimmer und mit traumwandlerischer Sicherheit geht seine Hand im Umfeld dieser beiden Varianten nach links und der Finger zeigt auf unser Schlafzimmer. Dazu öffnet er noch nicht einmal seine Augen. Tja, so haben wir jetzt fast jede Nacht einen Schlafgast. Das wäre ja noch nicht so schlimm, wenn er ein Ruhig-Schläger wäre, er gehört jedoch zur Gattung der Wälzer (da hat er doch noch was von mir) und hockt sich im Minutentakt hin, um kurz darauf in eine nicht deterministische Richtung abzuklappen. Da heißt es, schnell reagieren, um sich aus der Falllinie zu bringen. Zumindest ist der kleine Mann am Morgen immer recht gut ausgeschlafen…
Was machen die anderen Fische ? Der große Chanelfisch mausert sich nun (nach inoffiziellen Verlautbarungen) zum Studienfisch. Hoffen wir mal, dass er hier fest im Glauben ist und seinen Weg geht, der mit Sicherheit nicht leicht werden wird. Der Laptopfisch mutierte zwischenzeitlich zum Lernfisch erster Kajüte. Mit dem Pensum eines Lehrerfischs und der Bezahlung eines kostenlosen Praktikanten gab er eigene Lektionen und hat das Wörtchen Freizeit nicht mehr in seinem Sprachgebrauch. Als absolute Krönung gab es eine Eins in Mathe und das hat immerhin etwas mit Perfektion zu tun
Wie es aussieht, habe ich bald eine weiteren Abifisch! Der Pferdefisch ist auch auf die richtig Bahn eingeschwenkt und sieht die Schule nun auch nicht mehr nur als Hort von Zwistigkeiten und guten Dreiern. Da tut sich was und auch der Pferdefisch ist kein Conni-lesender Teenager, sondern ein junges Mädchen.
Nachtrag zum Richterfisch: Man sagt ja immer, man sollte das machen, was man noch nicht kann. Das hat der Richterfisch wohl sehr ernst genommen und sich dem auch gleich komplett gewidmet. Aus den zwei ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten :
- keine Entscheidung treffen (default)
- falsche Entscheidung treffen
hat er die letztere gewählt, den Irrfisch entmündigt und mit zeitlich befristetem Stipendium beglückt. Eine derartige Ignoranz ist allerdings nicht erstaunlich, wenn man grenzenlose Freiheiten besitzt und für nichts haftet. Manchmal wünschte ich mir, es gäbe einen TÜV für richterliche Entscheidungen (ein paar Anwälte müssten sich dann bestimmt auch fürchten!). Was bleibt ist der Gang zur nächsten Instanz, die hoffentlich mit salomonischer Weisheit gesegnet ist. Doch davon später mehr…
