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Nach einem guten Monat zeichnen sich erste Trends für die spätere Berufswahl des L-Fischs ab.
Trüffelsucher
Die Suche nach Trüffeln ist gekennzeichnet durch eine spezielle Nase und ein bestimmtes Suchverhalten. Beides ist beim L-Fisch hervorragend ausgebildet. Er bohrt, insbesondere kurz vor den Mahlzeiten, seine kleine Nase zwischen die Rippen, unter den Arm, ins Schlüsselbein oder in den Bereich der Kehle. Hierbei verankert er sich, sicherheitsrechnisch korrekt, mit spitzen Fingernägeln im oberen Brustbereich. Erfahrungsgemäß gibt es dort weder Trüffel noch Milch, was ihn jedoch nicht an der Perfektionierung dieser Gabe hindert.
Drummer
Eine Fähigkeit, die jeder angehende Schlagzeuger mühsam erlernen muss, ist die Gabe, mit jeder Hand und jedem Fuß einen anderen Takt schlagen zu können. Der L-Fisch beherrscht dies bereits von Beginn an. Hände wie Füße sind stets an Orten, wo man sie nicht erwartet und dabei blitzschnell unterwegs, was, insbesondere beim Windelwechsel, perfekte Hand-Auge-Koordination des Kitafischs verlangt.
Ich bin mir noch nicht sicher, welches dieser Talente wichtiger im Leben sein wird. Aber ich fürchte denke, da kommt noch einiges auf uns zu…
Die Evolution schreitet unzweifelhaft schneller voran, als bisher bekannt. Bestes Beispiel dafür der Babyfisch, der über völlig neuartige Sensoren verfügt. Besonders hervorzuheben dabei der Lagesensor. Er kann problemlos unterscheiden, ob er auf einer ebenenen Fläche (Kinderbett, Stubenwagen) oder auf den Knien liegt. Dieser minimalste Winkelunterschied bewirkt erhebliche mentale Unterschiede. Fast ebenso ausgeprägt ist der Bewegungssensor. Ein Spaziergang im Kinderwagen wird sehr wohlwollend aufgenommen und erweckt den Anschein, dass der Babyfisch nach wenigen Metern komplett die Tiefschlafphase erreicht hat. Auch kurzfristiger Stopp an der Strasse oder Aufenthalt im Geschäft erweisen sich als völlig problemlos. Sobald jedoch der heimische Flur erreicht ist, öffnen sich verzögerungsfrei die Augen und der Lagesensor wird aktiviert! Hier drängt sich der Verdacht einer natürlichen GPS-Ortung auf! Auch sprachlich geht es voran. Nach anfänglichen ‘ala, ala’ (wir gehören keiner Konfession an!) geht der Trend nun in Richtung ‘erre ,erre’. Ich denke, in den kommenden Wochen werde ich noch viele neue Eigenschaften entdecken, von denen wir nichts geahnt haben!
Wie kann es passieren, dass Unterhemd, Hemd und Babybody nass sind, die Windel jedoch trocken? Schließt man eine bösartige Attacke außerirdischen Hemdnässer aus und wurde das Kind auch nicht im Regen stehenlgeassen, ist man(n) doch für den Moment ratlos. Für einen Physiker sind solche Rätsel sowohl spannend als auch frustrierend. Die Lösung lag dann leider nicht in multidimensionalen Wasserstoffwolken, die nach Bedarf an Babywäsche kondensieren, sondern am kleinen Unterschied! Damit ist der L-Fisch durchaus in der Lage, einen Wasserstrahl ganz gezielt zu platzieren. Natürlich war die Freude über diese empirische Erkenntnis groß und führte dazu, eine gewisse Legetechnik für die nächsten tausend Windeln zu entwickeln und erfolgreich einzusetzen.
