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Nachdem ich ja nun wieder an die Oberfläche geschwommen bin und ein wenig zurückblicke gibt es eine Menge Dinge, die mich bewegen. Auch die Fische haben sich geändert, dass habe ich zu spüren bekommen. Es wird nichts daran ändern, dass ich immer für sie da sein werde und vielleicht sehe ich auch manche Dinge zu sehr im Vergleich zu meiner eigenen Vergangenheit.
Dem Pferdefisch geht es jedenfalls ausgezeichnet und er entwickelt sich prächtig. Es war ein ausgezeichneter Schritt, den Weg in unsere Strömung zu suchen und mehr denn je ist mir bewusst, dass er hier angekommen ist, auch wenn der Irrfisch das niemals verstehen wird. Der Laptopfisch schwimmt in hauptstädtischen Gewässern und fühlt sich dort pudelwohl. Natürlich sind seine Ufer ganz andere und dort zu landen fordert seinen Preis. Der Laptopfisch zahlt ihn. Ich kann es verstehen, einen Teil zumindest.
Der Babyfisch erobert jeden Tag aufs Neue die Welt. Inzwischen ist er mobil und prüft ständig die Geduld seiner Umfeld. Da zupft er mal an den Flossen anderer kleiner Fische und wenn diese entnervt flüchten, folgt er ihnen auf dem Fuße und freut sich über das tolle Spiel! Alles und jedes wird in einer Sprache kommentiert, die zwar keiner versteht, die jedoch nicht minder inhaltsvoll ist. Ich bin sicher, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein paar kleine Hörnchen seine Stirn zieren werden und es werden keine Beulen sein!
In den kommenden drei Monaten bahnen sich eine Menge Veränderungen an.
- Der Chanelfisch ist schon fast wieder unterwegs in die Stadt der Mode und der Liebe. Trotz des ganzen Ärgers (so richtig massiven Ärgers) und der vielen Enttäuschungen, die er mir bereitet hat, wünsche ich ihm alles Gute für das kommende Jahr. Es gibt im Leben nicht oft eine Chance, eine Sackgasse zu verlassen. Auch jetzt werde ich mich bemühen, ihm zu helfen, wo immer ich kann, aber nicht mehr mit allen Mitteln. Bon Voyage, Chanelfisch!
- Der Laptopfisch macht mich immer wieder sehr stolz. Trotz aller Widrigkeiten hat er begonnen, seinen Vorrat von Unterwasserperlen selber zu vergrößern. Er ist sehr fleißig und ich bin mir sicher, er wird seinen Weg finden. Mag seine Situation im Moment auch noch so aussichtslos sein, es öffnen sich immer wieder neue Türen. Wann immer er mich braucht, werde ich ihm mit aller Kraft zur Seite stehen. Allerdings müssen wir zuvor noch ein wenig an den Rechenkünsten feilen. Darauf freue ich mich besonders!
- Der Pferdefisch wird erwachsen! Neben besonderer Flossen- und Atemlochgröße zeichnet er sich immer mehr durch einen ganz tollen Charakter und großen Gerechtigkeitssinn aus. Als chinesisches Kaninchen steht er mit allen anderen Tieren (bevorzugt: Wasserhasen, Seehunden und Seepferdchen) auf Du und Du. Auch für ihn wird sich vieles ändern, zum Besseren!
- Der Irrfisch wird bald zeigen müssen, ob er alleine im Ozean überleben kann. Ich bezweifle dies stark. Da er des ‘Kaisers neue Kleider’ tatsächlich sehen kann, wird sich ihm die wahre Welt wohl kaum erschließen.
- Der Kitafisch ist ein toller Mutterfisch! Immer souveräner löst er alle Probleme und Problemchen und bereitet dem L-Fisch Tage, angefüllt mit Liebe und Fürsorge. Es ist unglaublich schön zu wissen, dass ich mich immer und zu jeder Zeit auf ihn verlassen kann. Dafür liebe ich ihn sehr!
- Der L-Fisch möchte in der Zukunft offensichtlich ein Zehnkämpferfisch werden. Schon jetzt trainiert er reichlich seine Arme und Beine und legt jeden Tag mindestens 6 Seemeilen zurück. Hier muss er noch geschoben werden, aber seine wachen Äuglein verfolgen jede Bewegung. Auch möchte er sprechen und ganz bestimmt den Kitafisch rufen (so sieht es zumindest aus!) Ab morgen bekommt er sein neues Büro bei den Krippenfischen, die den kleinen Chef-Fisch schon ungeduldig erwarten.
- Der Heizungspfeifer hat sich irgendwann letzte Woche bei uns eingeschlichen und verblüfft uns Tag und Nacht durch ein munteres Tuten. Da er auf Zuspruch nicht reagierte, werden sich nun die Klempnerfische um ihn kümmern und möglichst exorzieren!
So, damit ist mal wieder alles gesagt und ich harre gespannt der Dinge, die ihre Schatten immer deutlicher voraus werfen.
Man nehme den einseitigen Situationsentschärfer, füttere ihn mit den Konfliktverschiebemuster, rühre kräftig um und packe das Ergebnis unter einen hellen Hoffnungsstrahl. Kann das funktionieren? Als schlichter Schellfisch würde ich knallhart sagen: Jain! Die Situation bekommt eine Eigendynamik, die mir sehr missfällt da ich ja weiß, dass die kritischen Momente noch gar nicht ihre volle Blüte erreicht haben. Der große Schicksalverwirbler wird in diesem Jahr mindestens drei Mal zuschlagen und wir werden schnell sehen. wo sich die verborgenen Sollbruchstellen bei den beteiligten Fischen befinden.
Soll ich darauf hoffen oder davor bangen? Ich habe nicht die geringste Ahnung…
Ich mag Mikado! Unter Wasser ist es nicht wesentlich anders zu spielen und die Regeln sind die gleichen. Gerade jetzt habe ich den Eindruck, mein Leben besteht aus diesen vielen bunten Stäbchen. Am Anfang schien alles ganz stabil. Dabei merkte ich gar nicht, dass jedesmal, wenn das fragile Gebilde einzustürzen drohte, von unsichtbarer Hand heimlich ein Stäbchen hinzugefügt wurde. Die spannende Frage hierbei ist nur, wollte oder konnte ich es nicht sehen? Müßig, darüber jetzt zu philosophieren. Letztendlich stürzten die Stäbchen in einem wilden Beben auseinander. Unmöglich, den alten Zustand zu rekonstruieren. Aber das möchte ich auch gar nicht. So viel Mühe wie ich mir gegeben habe, eine viel schönere, modernere Konstruktion zu entwerfen. Die untauglichen Hölzchen wurden entfernt, was nicht einfach war. Ein paar neue kamen dazu und schon bald hatte ich den Eindruck, alles passe auf natürliche Art zusammen. Aber man soll den Tag wohl nicht vor dem Abend loben. Die Sonne, wenn sie hinter dem Horizont des Meeres versinkt, verschwindet ja auch nicht tatsächlich in den dunklen Tiefen.
Gerade jetzt ereilt mich die Erkenntnis, dass jedes Wackeln an der einen Seite, auch eine Bewegung auf einer ganz anderen nach sich zieht. Ich finde das ist nicht schlimm, aber es verstößt wohl gegen die Regeln. Ein wenig hatte ich gehofft, dass der neue Plan auch neue Regeln beinhaltet…
Heute war der zweite Jurafisch bei den Seepferdchen und dem Irrfisch. Sein Augenmerk galt wohl dem Laptop und dem Pferdefisch. Im Augenblick empfinde ich das als beruhigend. War ich doch in den letzten Tagen doch sehr aufgewühlt (oder war es die See?). Heute bemerkte ich wieder sehr schmerzlich, wie sehr mir der Kontakt zum Pferdefisch fehlt. Das sind im Augenblick düstere Zeiten und oft sehe ich nur einen bleiernen Schimmer am Horizont. Glücklicherweise habe ich eine innere Triebfeder aus Adamantium die mich niemals verharren lässt. Oft würde ich mich gerne versinken lassen, eintauchen in den bleigrauen Strom des Vergessens. Aber es geht immer weiter. Wozu hat Fisch denn seine Zeit, wenn er sie nicht nutzt? Wenn ich etwas kann, dann marschieren! Auch wenn das Ziel nur vage sichtbar scheint, bringt mich nichts von meinem Weg ab und das wird auch der Irrfisch lernen müssen. Noch ist das Wasser um ihn herum träge und schimmert in falschem Glanz. Die Zeit ist nicht fern, wenn die Wellen beginnen, ihn zu schütteln, zu rütteln und an seinen Schuppen zu zehren. Dann wird er seine Matrix verlassen und vor den Scherben des Lebens stehen…alleine!
Ich hatte heute einen Traum. Er war sehr unwirklich, ein Traum halt. Aber er machte mich nachdenklich und letztendlich stellten sich mir Fragen, die ich nicht beantworten kann, die aber einer Lösung bedürfen.
Mir träumte, ich lebte in einer Welt, in der ein geistig verwirrter und dazu noch gefährlicher Mensch eine Behandlung erfuhr. In der Wahrnehmung dieses Menschen hatte er alle Klippen seines bisherigen Lebens gemeistert, seinen Beitrag zu Familie und Gesellschaft geleistet. Ihn störte es nicht, dass die Welt außerhalb der seinen danach fragte, wo denn seine Leistungen versteckt seien. Ihn störte es ebenso wenig, seine Hilfe anzubieten aber niemals tatsächlich Hilfe zu leisten. Er fand hervorragende Begründungen die aus seiner Sicht bestimmt sehr stichhaltig gewesen sind. Natürlich spielte die Zeit eine wesentliche Rolle und Trivialitäten musst man (Frau) ja nun wirklich nicht unterstützen! Es war angenehm, sich im Schatten von Menschen zu sonnen, die in ihrem Leben tatsächlich etwas geleistet haben. Ein wenig schien immer abzufärben, obgleich für ihn selber unter dem Strich niemals etwas übrig blieb.
Dafür gab es jedoch eine große schwere Türe, die durch ein noch schwereres Schloss versiegelt war. Nach hier schob dieser Mensch alle seine Zweifel, bevor sie die Reste seiner Vernunft erreichen konnten.
In diesem düsteren Gewölbe gab es viele Regale, angefüllt mit Fragen, auf die er keine Antwort hatte, die er niemals gestellt bekommen wollte. Hier lag die Erkenntnis, keine Freunde im Leben zu haben. Jeder Mensch, der ihn eine Weile näher kannte, sah den wuchernden Egoismus, die Falschheit und Oberflächlichkeit.
Auf einem anderen Platz, verborgen im Dunkel, die Sucht nach dem Materiellen, der unbeugsame Wille zu Glänzen, etwas Besseres zu sein. Dafür tatsächlich zu arbeiten, kam diesem Menschen jedoch nicht in den Sinn. Alleine die Option, problemlos jederzeit Arbeit zu finden und ausreichend abgesichert zu sein, reichte als Vorstellung völlig aus.
Im hintersten Winkel verborgen lauert die schlimmste aller Fragen. Warum benutzt dieser Mensch seine Kinder, Kinder, die in ihrer Liebe unbeirrbar sind, um seinen Hass auf die Welt nach außen zu tragen? Warum sieht er nicht die Tränen, die das Fell eines Kaninchens überschwemmen?
Doch all diese Dinge bleiben diesem Menschen verschlossen. Es wird Zeit die Tür zum Keller weit aufzusperren und diese Fragen zu beantworten.
